Gedanken über eine Jeans

Gestern habe ich ganz spontan für den Kleinen eine Jeans genäht. Ich finde, für den ersten Versuch ist sie doch recht gut geworden. Am Schlitz vorne muss ich noch etwas üben, aber das wird. Ihm wird sie voraussichtlich erst im Winter richtig passen, ich hab sie etwas großzügiger genäht.

Nun war heute noch ein halber Meter Jeansstoff übrig, also hab ich spontan für den Großen auch eine Hose genäht. Allerdings ist der sooo dürr, dass ich jetzt gleich den Bund noch einmal auftrennen und enger machen muss. Spargeltarzan.

Was mir dabei aufgefallen ist: So sehr wie es mir Spaß macht eine Jeans zu nähen (betrifft aber genauso auch andere Kleidungsstücke), umso mehr weiß ich fair hergestellte Kleidung zu schätzen. Es ist eben mal nicht so, dass man etwas ausschneidet, übereinander legt, näht und zack ist es fertig und passt. Ich habe nun für die Jeans mit allem drum und dran (noch nicht die Änderungen) heute knapp 2 Stunden gebraucht. Da kam noch hier ein Stickbild dazu, da noch eine aufgetrennte Naht und ein knautschiges Kleinkind.

Und nun soll mir mal jemand erklären, wie es sein kann, dass Jeans in diversen Discountern für 10 oder noch weniger Euro angeboten werden? Das ist doch ein Schlag ins Gesicht einer jeden Näherin… oder sollte ich bei den Preisen schon fast sagen, eines jeden Kindes?

Mir wird übel, wenn ich länger darüber nachdenke.

Nur als Tipp für die die es interessiert hier mal ein Buch:

Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne von Klaus Werner und Hans Weiss

So, jetzt aber ran an die Änderungen.
Romina

Comments

  1. Norina says:

    Für 2 Stunden hättest du als Näherin in Bangladesch 18 Cent bekommen und sicherlich die Kündigung, weil du sooooo lange an einer Hose rumfrickelst ;o)
    Und richtig fies wird es, wenn namhafte Konzerne dort produzieren lassen und hier die Klamotten für ein Schweinegeld verkaufen.

    Wann gehen deine Hosen denn sozialverträglich in Serie???

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